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    Reise & Tourismus

    Wenn der Respekt fehlt vor Natur und Geschichte

    By Admin
    März 19, 2026

    Der Anblick schmerzt. Minutenlang. Denn es springt einem bereits von fern ins Auge, wenn man sich ihm auf der Schotterstraße nähert: Ein knalldunkelblaues 'F3' auf dem orangebraunen Granit einer markanten Felskuppe.

     

    Die Fotos, die Tourguide Anthony Dawids vor wenigen Tagen auf einer der WhatsApp-Gruppen der namibischen Reisebranche teilte, sorgten für Empörung. Ein neuer Akt des Vandalismus, der wohl Anfang März begangen wurde.

     

    Das hässliche Graffiti verschandelt eine Felskuppe, die in Jahrmillionen von der Erosion freigelegt und geformt wurde. Sie liegt an der Schotterstraße C39, erklärt Dawids auf Nachfrage und sendet einen Marker-Link auf Google Maps.

     

    Der Punkt befindet sich nur rund 50 km nordwestlich der Welterbe-Stätte Twyfelfontein (|Ui-ǁaes). Viele Namibia-Urlauber fahren auf der C39 von Khorixas nach Palmwag und von dort weiter ins Kaokoland.

     

    Graffitis bei Garub, Nacktfotos auf 'Big Daddy'

    Respektlose Schmiererei an historischen Bahnstation Garub in Namibwüste westlich von Aus im März 2020 Foto Gondwana Collection Namibia
    Respektlose Schmiererei an der historischen Bahnstation Garub in der Namibwüste westlich von Aus im März 2020.  Foto: Gondwana Collection Namibia

     

    Der Vorfall weckte sofort böse Erinnerungen. Vor sechs Jahren, im März 2020, kursierten schockierende Fotos von beschmierten Wänden des historischen Bahnhofs bei Garub im Süden Namibias. Die Urheber brüsteten sich damit auf sozialen Medien, löschten die Posts jedoch rasch, als sie einen Shitstorm ernteten.

     

    Ähnlich erging es einem respektlosen Influencer, der im Februar 2022 im Dead Vlei auf einem abgestorbenen Kameldorn-Baum posierte. Die Bäume sind Teil der Welterbe-Stätte 'Namib Sand Sea'. Man schätzt ihr Alter auf bis zu 900 Jahre. Der Influencer löschte erst den Post und dann sein Instagram-Konto.

     

    Keinen Schaden hinterlassen, aber ebenso respektlos gehandelt hatten Urlauber, die im April 2024 einen Sturm der Entrüstung auslösten. Sie hatten sich auf 'Big Daddy', der höchsten Düne der Welt, nackt ausgezogen und fotografiert. 'Big Daddy' liegt am Dead Vlei südlich vom Sossusvlei.

     

    Zurück nach Garub in der Namibwüste westlich von Aus. In dem historischen Gebäude haben erst vor kurzem junge Urlauber übernachtet, die sich damit rühmen, mit niedrigstem Budget zu reisen. Garub liegt im Tsau ǁKhaeb Sperrgebiet National Park, an der Grenze zum Namib Naukluft Park, im Gebiet der 'Wilden Pferde'.

     

    Tiktok-Video zu 'F3'-Graffiti

    Und nun wieder zum blauen 'F3' auf der Felskuppe nordwestlich von Twyfelfontein. Im Vergleich zu den damaligen Graffitis bei Garub wirkt es dilettantisch. Außerdem stieß Tourguide Dawids nun auf ein 'begleitendes' Tiktok-Video.

     

    Jemand forderte dazu auf, ein ebensolches gesprühtes 'F3' an anderen Orten zu hinterlassen. Mit einem Beweisfoto, zu senden an eine namibische (!) WhatsApp-Nummer, solle man seinen "Anteil an 2000" geltend machen. Und dazu gab es die Mahnung, die Graffitis nicht unerlaubt auf Privateigentum zu sprühen...

     

    Womit sich die Frage stellt, ob dieser Namibier (?) die Erlaubnis des Eigentümers eingeholt hat, auf dessen Land die Felskuppe steht. Und ob er sich ungeachtet dessen zeitnah aufmacht, seine Schmiererei zu entfernen. Damit man auf der C39 wieder an der Kuppe vorbeifahren und die Landschaft ohne schmerzendes Auge genießen kann.

     

    Keinerlei Respekt vor der in Jahrmillionen entstandenen geologischen Formation Graffiti auf markanten Felsen nordwestlich Welterbe-Stätte Twyfelfontein Foto Anthony Dawids freischaffender Nationaler Tourguide von der Torra Conservancy
    Keinerlei Respekt vor der in Jahrmillionen entstandenen geologischen Formation: Graffiti auf einem markanten Felsen nordwestlich der Welterbe-Stätte Twyfelfontein.  Foto: Anthony Dawids, freischaffender Nationaler Tourguide von der Torra Conservancy

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