Seine Saat lässt sich rösten und als Kaffee-Ersatz verwenden. Seine Rinde hilft gegen Durchfall. Aus seinem Stamm fertigt man Tränken. Wild und Vieh fressen seine nahrhaften Schoten. Der Ana-Baum ist ein von Mensch und Tier geschätzter Baum.
Dieses Jahr ist ihm gewidmet, zumindest in Namibia. Denn Namibia hat den Ana-Baum zum Baum des Jahres 2026 erklärt, wie die Botanical Society of Namibia (BotSoc). bekanntgab. Anlass war der heutige Tag des Baumes, der in Namibia stets am zweiten Freitag im Oktober stattfindet.
Die Botaniker nennen ihn Faidherbia albida, nach dem französischen Gouverneur des Senegal, Louis Faidherbe (1818 - 1889). 'Albida', abgeleitet vom lateinischen Adjektiv 'albidus' = weißlich, bezieht sich auf die weißlich-grauen Zweige und die hellen Dornen des Ana-Baums (siehe Wikipedia).
Der volkstümliche Name Ana-Baum stammt aus dem Khoekhoegowab, der Sprache der Naman und Daman. Im englischsprachigen Raum ist er auch als 'Apple ring acacia' (Apfelring-Akazie) bekannt. Seine auffälligen, spiralförmig gedrehten und orange-bräunlichen Fruchtschoten erinnern stark an getrocknete Apfelringe.
Noch weiter verbreitet ist sein Beiname 'Winter Thorn' (Winter-Dorn). Er bezieht sich auf ein Merkmal, das ihn von den meisten Bäumen unterscheidet. Denn im Sommer, in den Monaten mit Regenfall, wirft er seine Blätter ab und steht kahl da.
Erst im Mai, zu Beginn des Winters und der Trockenzeit, treibt der Ana-Baum Blätter. Botaniker erklären sich das damit, dass er der Staunässe des Bodens entgehen will, die in den Rivieren (Trockenflüssen) nach starken Regenfällen entsteht. Auch wegen dieses Unterschieds gilt er nicht mehr als Akazie (siehe auch Tree Atlas of Namibia).
Ana-Baum erreicht Grundwasser bis in 40 Metern Tiefe

Kommt in Namibia vor allem entlang der Riviere (Trockenflüsse) vor, aber auch in Schwemm-Ebenen: Der Ana-Baum (Faidherbia albida), Namibias Baum des Jahres 2026. Foto: Botanical Society of Namibia (BotSoc)
In der Natur ist er gut zu erkennen: kahl im Sommer, belaubt im Winter. Der Ana-Baum kann bis zu 30 Meter hoch wachsen. Seine Pfahlwurzel reicht bis in eine Tiefe von 40 Metern. Damit zapft er den Grundwasser-Strom in Rivieren an.
Er hat wechselständige Laubblätter, die doppelt gefiedert sind und blaugrün erscheinen. Bei seinen Dornen handelt es sich um umgebildete Nebenblätter. Die gelben Blütenstände des Ana-Baums wirken wie kleine, feine Ähren. Die Blütezeit reicht von April bis September.

Blüten und Blätter des Ana-Baums (Faidherbia albida), Namibias Baum des Jahres 2026. Foto: Roger Culos, Wikipedia
Seine Schoten sind 10 bis 35 cm lang, 2 bis 5 cm breit, gekrümmt und gedreht. Sie erscheinen orange-farben bis rötlich-braun und können bis zu 29 dunkelbraune, eiförmige, helle Samen enthalten.

Schoten des Ana-Baums (Faidherbia albida), im Englischen nach ihrem Aussehen auch als 'apple ring acacia' (Apfelring-Akazie) bekannt. Der Ana-Baum ist Namibias Baum des Jahres 2026. Foto: Bernard Dupont, Wikipedia
Ana-Baum von Mensch und Tier geschätzt
Die Rinde des Ana-Baums gilt als natürliche Arznei. Ein Sud aus gekochter Rinde wird traditionell gegen Durchfall, Blutungen und Augen-Entzündungen verwendet. In der Kunene-Region nutzt man die Zweige und Rindenstreifen, um traditionelle Hütten zu errichten. Ausgehöhlte Stämme dienen als Tränken oder Mokoros (Kanus).
Wild und Vieh fressen die Schoten. Sie sind sehr nahrhaft. Viele Gemeinschaften im Nordwesten Namibias sammeln und lagern sie als Futter. Ein großer Ana-Baum kann eine Tonne an Schoten hervorbringen.
Ana-Baum sogar bis jenseits von Afrika verbreitet

Verbreitung des Ana-Baums (Faidherbia albida), Namibias Baum des Jahres 2026. Graphic: Ninjatacoshell, Wikipedia
Man findet den Ana-Baum in den Rivieren im Zentrum, im Westen und Nordwesten Namibias (siehe auch Beitrag von Luise Hoffmann im Namibian). Sein Gebiet reicht etwa vom Tsauchab bis zum Kunene-Fluss und landeinwärts bis nach Rehoboth, Windhoek und Outjo.
Außerdem kommt er im äußersten Osten der Region Zambezi vor. Darüber hinaus erstreckt sich sein Verbreitungsgebiet über weite Teile Afrikas bis hinauf nach Ägypten und auf die Arabische Halbinsel.
Tipp für Flora-Fans: Botanischer Garten
Wer sich für Pflanzen interessiert, sollte einen Tag Aufenthalt in Windhoek einplanen und den Botanischen Garten besuchen. Er bietet eine gute Einführung in und einen Überblick über Namibia's Pflanzenwelt (siehe Beitrag auf Namibian.org).
National Botanical Garden
Geöffnet montags bis freitags von 8.00 Uhr bis 17.00 Uhr.
Eingang beim National Botanical Research Institute (NBRI), Hügel/Orban St 8 (zweigt ab vom Sam Nujoma Drive nahe der Kreuzung mit der Robert Mugabe Avenue).
Webseite (auf der Website des Ministry of Environment, Forestry and Tourism)
Kontakt: Kurator Leevi Nanyeni +264 81 248 2602.





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