Weltweit haben Wirbeltiere fast Dreiviertel ihrer Bestände verloren. Und das Artensterben hat sich drastisch beschleunigt. So lauten Kernaussagen im 2026 Living Planet Report des World Wildlife Fund (WWF). Dass und wie Naturschutz Erfolg haben kann, zeigt laut namibischer Zweigstelle des WWF das Beispiel Namibia.
Im 2026 Living Planet Report zieht der WWF eine alarmierende Bilanz. Er stützt sich auf den Living Planet Index (LPI) der Zoological Society of London (ZSL). Der LPI umfasst 35.803 Populations-Trends von 5.790 Wirbeltier-Arten: Säugetiere, Vögel, Fische, Reptilien und Amphibien.
Demnach sind die Bestände dieser Arten von 1970 bis 2022 um rund 73 Prozent geschrumpft. Am stärksten leiden Wirbeltiere in Süßwasser-Habitaten (-85 %), gefolgt von Lebensräumen zu Lande (-69 %) und im Meer (-59 %).
Noch mehr Sorge bereitet Biologen das Artensterben. Die Geschwindigkeit, mit der Arten verschwinden, liegt laut WWF-Bericht mittlerweile hundertmal höher als vor der Ausbreitung des Menschen.
Hauptfaktoren sind nach wie vor die sich ausbreitende Landwirtschaft, die Lebensräume zerstört, sowie Produktion und Verbrauch fossiler Brennstoffe, die den Klimawandel vorantreiben. Kapital fließt in umweltschädliche Wirtschaftszweige, anstatt Finanzierungslücken im Naturschutz zu schließen.
Doch es gibt auch hoffnungsvoll stimmende und motivierende Botschaften. Rund die Hälfte der Populationen, die der LPI erfasst, sind stabil oder nehmen gar zu. Dies zeige, so WWF Namibia in seiner Pressemitteilung: "Wo nachhaltige Maßnahmen ergriffen werden, können sich Arten und Ökosysteme erholen."
Erfolge im Schutz von Elefanten und Nashörnern

Eine der Erfolgsgeschichten im Naturschutz Namibias: Elefanten-Populationen sind stabil oder legen sogar zu. Foto: 2026 Living Planet Report
Als konkrete Beispiele aus dem südlichen Afrika dienen Elefanten und Spitzmaul-Nashörner. In der Kavango-Zambezi Transfrontier Conservation Area (KAZA) seien Lebensräume miteinander vernetzt, die von den dort lebenden Gemeinschaften geschützt werden. Beides trage zu stabilen oder wachsenden Elefanten-Beständen bei.
Beim Nashorn zitiert WWF Namibia den jüngsten Bericht der Ministerin für Umwelt, Forstwesen und Tourismus (MEFT), Indileni Daniel. Sie gab Ende September bekannt, dass man 2025 43 gewilderte Nashörner registriert habe (siehe Bericht des Namibian). Das sei ein Rückgang um mehr als die Hälfte gegenüber 2024 mit 91 Fällen.
Dieses Jahr lag die Zahl bis Ende September Daniel zufolge bei 24. Dies lasse für 2026 einen weiteren Rückgang erhoffen. Den Erfolg führen Experten vor allem auf gemeinsame und koordinierte Anstrengungen zurück (siehe auch Bericht in den Gondwana News).
Beteiligt sind MEFT, Polizei, Armee, Steuerbehörde (NamRa) und Anti-Korruptions-Kommission (ACC). Hinzu kommen Gemeinschaften, nationale und regionale Nichtregierungs-Organisationen, private Unternehmen und Spender. Eine Schlüsselrolle spielt das 'Blue Rhino Task Team', das die Zusammenarbeit der Strafverfolgungsbehörden koordiniert und relevante Daten verarbeitet und verwaltet.

Umschlag des 120 Seiten starken 2026 Living Planet Report des WWF.





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