Namibia-Urlauber müssen sich keine Sorgen machen, dass der Zapfhahn an der Tankstelle demnächst kein Benzin oder Diesel mehr hergibt. Selbst nach den zu erwartenden Preissteigerungen liegen die Liter-Preise für Treibstoff noch weit unter denen Europas.
Die Regierung wies in einer Pressemitteilung offiziell Gerüchte über eine Treibstoff-Knappheit zurück (siehe auch der heutige Bericht im Namibian). "Das Land ist weiterhin ausreichend mit Treibstoff [...] versorgt, um den täglichen Treibstoffbedarf [...] kurz-, mittel- und langfristig zu decken." ("The country remains adequately supplied with fuel [...] to meet the daily fuel needs [...] for the short, medium and long term.") Man habe keine Maßnahmen zur Rationierung getroffen, weil dies nicht nötig sei.
Den Grund für ihre Gelassenheit nennt die Regierung nicht. Dabei lässt er sich nach gegengeprüfter KI-Recherche in zwei Sätzen formulieren. Namibia bezieht seine Treibstoffe vor allem aus Ländern, deren Raffinerien von der Krise an der Straße von Hormus nicht so stark betroffen sind. Dazu zählen Indien, Oman, Holland und Italien.
Treibstoff-Reserven für drei Monate

Trotz Iran-Krieg droht an Namibias Tankstellen kein Treibstoff-Engpass. Foto: Sven-Eric Stender
Außerdem verfügt Namibia laut National Petroleum Corporation of Namibia (Namcor) gegenwärtig über strategische Reserven für drei Monate. Darüber hinaus sind private Kraftstoff-Firmen, sprich: Zwischenlieferanten und Tankstellen-Ketten, gesetzlich zu Reserven für mindestens 30 Tage verpflichtet.
Das Haupt-Depot für Treibstoffe, die National Oil Storage Facility (NOSF), befindet sich in Walvis Bay. Von dort aus wird der Treibstoff vor allem per Eisenbahn zu Depots im Inland transportiert. Zentrale Standorte sind Windhoek, Otjiwarongo, Ondangwa, Gobabis, Mariental und Keetmanshoop.
Natürlich ist klar, dass die Treibstofftarife wie in allen Ländern weltweit steigen werden. Doch Zustände wie in Europa mit Preisen, die sich mehrmals am Tag ändern, kennen Namibier nicht. Namibias Spritpreise gelten stets einen Monat lang.
Das Ministerium für Bergbau und Energie (MME) legt die Tarife für Diesel und Benzin jeweils zu Monatsbeginn fest. Der National Energy Fund (NEF) ermöglicht, große Preissprünge abzufedern.
Stichtag einer Preisanpassung ist stets der erste Mittwoch eines Monats, genauer: 0.00 Uhr. Trotz Beginn des Iran-Kriegs Ende Februar hat MME entschieden, die Preise für März am Mittwoch, dem 4. März 2026, unverändert zu lassen.
Laut Mitteilung des Ministeriums vom 2. März 2026 gelten zurzeit folgende Tarife pro Liter:
Benzin (ULP 95) - 19,58 N$,
Diesel (50 ppm) - 19,63 N$,
Diesel (10 ppm) - 19,73 N$.
Sprit in Namibia halb so teuer wie in Europa
Urlauber aus Europa dürften sich die Augen reiben. Umgerechnet sind das zurzeit etwa 1 Euro pro Liter (Betrag zum aktuellen Wechselkurs; 1 N$ = 1 ZAR). Damit ist Autofahren in Namibia fast um die Hälfte günstiger als in mancher Region Europas.
Für den 1. April 2026 befürchten die Namibier jedoch eine deutliche Erhöhung. Bewegt sie sich normalerweise im zweistellen Cent-Bereich, so ist nun von 4 Namibia Dollar pro Liter die Rede. Das wäre eine Anhebung um rund 20 Prozent. Am Dienstag, den 31. März 2026, könnten sich an den Tankstellen daher lange Schlangen bilden.
Bei den Treibstoff-Preisen ist noch zu bedenken, dass ihre Höhe auch von der Entfernung zum Haupt-Depot in Walvis Bay abhängt. Aufgrund der Transportkosten per Bahn oder Tankwagen zahlt man in Windhoek und sonstwo im Inland mehr als an der Küste.
Übrigens: Nicht nur wegen des vergleichsweise niedrigen Preises ist Tanken in Namibia für Urlauber aus Europa ein angenehmes Erlebnis. Denn hier bieten Tankwarte einen Rundum-Service (siehe auch der Artikel 'Refueling' in der Rubrik 'Travel Advice' auf Namibian.org): Tanken, Öl- und Wasserstand prüfen, Fenster waschen...

Am Dienstag in einer Woche (31. März 2026), könnten sich an Namibias Tankstellen lange Schlangen bilden. Denn in der Nacht zu Mittwoch (1. April 2026) dürften Benzin und Diesel erheblich teurer werden. Foto (Mai 2022): Sven-Eric Stender





SUBMIT YOUR COMMENT