Im September 2026 erscheint der namibische Sternenhimmel besonders prächtig. Aufgrund der Position der Erde auf ihrer Bahn um die Sonne blickt man nachts ins Zentrum unserer Galaxie, der Milchstraße. Auch das Kreuz des Südens kommt sehr schön zur Geltung. Ein weiteres astronomisches Ereignis im September ist die Tagundnachtgleiche, die in Namibia den Frühling markiert.
Außerdem kann man vier der fünf Planeten unseres Sonnensystems beobachten, die sich mit bloßem Auge sichten lassen. Nur Merkur ist kaum zu sehen: Er steht der Sonne so nahe, dass er allenfalls abends tief im Westen auszumachen ist. Gegen 19.50 Uhr, also kurz nach der Sonne, geht er unter.
Mars und Jupiter 'bewachen' den Morgenhimmel. Mars geht gegen 3.30 Uhr auf, Jupiter folgt um 5.00 Uhr (alle Zeiten gelten für den 15. September 2026; siehe TimeAndDate.com).
Venus dagegen gibt ihre Vorstellung als 'Abendstern'. Sie taucht aus dem verblassenden Schimmer der untergegangenen Sonne auf und geht um 21.40 Uhr unter. Saturn agiert als 'Mittelsmann'. Er geht gegen 20.05 Uhr im Osten auf und verblasst im Schein der aufgehenden Sonne.
Mond 'trifft' Mars, Jupiter, Venus und Saturn
Alle vier Planeten stehen im September nacheinander in Konjunktion zum Mond. Konjunktion bedeutet, dass sich zwei Himmelskörper sehr nahekommen, allerdings nur scheinbar, nämlich von der Erde aus betrachtet. In Wirklichkeit sind die Planeten natürlich sehr weit vom Mond entfernt, Saturn am weitesten von den Vieren.
Die Konjunktion von Mond und Mars lässt sich frühmorgens am 6. September 2026 beobachten, die von Mond und Jupiter frühmorgens am 8. September 2026. Der Venus kommt der Mond besonders nah, er scheint sie fast zu umarmen. Ihr Rendezvous findet am 14. September 2026 abends statt.
Nicht ganz so beeindruckend ist die Konjunktion von Mond und Saturn am 27. September 2026. Denn am Tag nach Vollmond ist der Erdtrabant noch fast voll und übertrahlt damit den beringten Planet. Dafür lässt sich ihr Treffen sowohl abends ab etwa 19.40 Uhr als auch morgen vor Sonnenaufgang beobachten.

Mond umarmt Venus am 14. September 2026: Der Abendhimmel um 19.30 Uhr, von Windhoek aus gesehen, mit Blick nach West-Süd-West. Grafik: Screenshot von interaktiver Sternenkarte auf TimeAndDate.com
Sonne und Mond
Sonnenaufgang am 1. September 2026 ist gegen 7.02 Uhr, Sonnenuntergang gegen 18.41 Uhr. Am 30. September 2026 geht die Sonne gegen 6.33 Uhr auf und gegen 18.50 Uhr unter. Die Tageslänge (Zeit mit Sonnenlicht) nimmt im Laufe des Monats um 38 Minuten zu – von 11 Stunden und 39 Minuten auf 12 Stunden und 17 Minuten.
Am 23. September erlebt jeder Mensch auf der Erde einen Tag, an dem zwischen Sonnenaufgang und Sonnenuntergang fast genau zwölf Stunden liegen. Der Tag ist also fast genauso lang wie die Nacht. Dieses Phänomen wird Tagundnachtgleiche (lateinisch für "gleiche Nacht") genannt.
Allerdings stellt man Sonnenaufgang mit dem Erscheinen des oberen Randes der Sonnenscheibe fest, Sonnenuntergang mit dem voelligen Verschwinden der Scheibe. Zusammen mit der Beugung des Sonnenlichts in der Atmosphaere ergeben sich je nach Ort auf der Erde Unterschiede von mehreren Minuten.
In Namibia hat der 17. September 2026 fast genau 12 Stunden Sonnenlicht. Die folgende Nacht ist zwischen Sonnenuntergang und -aufgang fast genau 12 Stunden lang (siehe Timeanddate.com).
Der 23. September 2026 markiert übrigens zugleich den Frühlingsanfang auf der Südhalbkugel. Auf der Nordhalbkugel hingegen beginnt der Herbst.
Die Mondphasen im September 2026: letztes Viertel am 4. September, Neumond am 11., erstes Viertel am 18. und Vollmond am 26. September 2026. Am wenigsten Mondlicht, das bei der Beobachtung von Sternen und Planeten stören könnte, hat man daher in den Nächten in den ersten zwei Dritteln des September.
Viel Interessantes zum namibischen Sternenhimmel im September 2026 erfährt man auch in den Astro News von Lutz von Dewitz in der Nachrichtensparte der Website der Namibia Scientific Society.
Apropos: Die Namibia Scientific Society lädt vom 11. bis 13. September zur 'Southern Star Party 2026' ein. Mehr dazu im Bericht in den Gondwana News).





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