Sternen-Fans müssen in Namibia im November früh aufstehen. Die meisten Highlights bietet der Morgenhimmel. Lange suchen muss man nicht. Denn das meiste davon spielt sich beim Sternbild Löwe (Leo) ab. Der Meteor-Schauer der Leoniden. Und zwei Dreier-'Treffen' von Mond, Mars und Jupiter...
Die Leoniden verdanken ihren Namen der Position ihres Radianten, also jenem Bereich, aus dem die Sternschnuppen zu kommen scheinen. Er liegt im Sternbild Löwe (Leo). Jedes Jahr im November durchquert die Erde den Trümmergürtel des Kometen Tempel-Tuttle. Die kleinen Partikel verglühen in der Atmosphäre.
Man kann den jährlichen Sternschnuppen-Schauer vom 6. bis 30. November 2026 beobachten - allerdings nur morgens. Der Radiant geht gegen 2.00 Uhr auf (siehe Beitrag auf TimeAndDate.com).
Am intensivsten ist der 'Schauer' in der Nacht vom 17. auf den 18. November 2026. Im Schnitt leuchten 15 Sternschnuppen pro Stunde auf. Rein rechnerisch hat man also alle vier Minuten einen Wunsch frei.

Radiant der Leoniden, eines Meteor-Schauers mit Zentrum im Sternbild Löwe (Leo). Links oben die Sterne Castor (links) und Pollux vom Sternbild Zwillinge (Gemini). – Der Morgenhimmel am 18. November 2026 um 5.00 Uhr, von Windhoek aus gesehen, mit Blick nach Nordosten. Grafik: Screenshot von Sternenkarte auf TimeAndDate.com.
Das frühe Aufstehen honoriert der Sternenhimmel Namibias außerdem mit vier der fünf mit bloßem Auge sichtbaren Planeten. Merkur erscheint gegen kurz nach 5.00 Uhr, also knapp eine Stunde vor der Sonne, am östlichen Horizont.
Venus steht dann bereits etwas höher. Denn sie geht schon gegen 4.15 Uhr auf (Zeiten gelten für den 15. November 2026 bei Windhoek; siehe TimeAndDate.com). Am 7. November 2026 kommt der Mond als dünne Sichel der Venus sehr nahe.
Seltene Konjunktion von Mars und Jupiter

Seltenes 'Treffen' von Mars und Jupiter, zu dem sich der Mond im November 2026 sogar zweimal gesellt. – Der Abendhimmel am 2. November 2026 um 5.00 Uhr, von Windhoek aus gesehen, mit Blick nach Nordost. Grafik: Screenshot von interaktiver Sternenkarte auf TimeAndDate.com.
Ein absolutes Highlight bilden Mars und Jupiter. Den ganzen Monat über zeigen sie sich ab etwa 1.30 Uhr fast Schulter an Schulter am Morgenhimmel. Am 16. November 2026 stehen sie sich am nächsten. Dies ist ein sehr seltenes Ereignis. Die nächste so genannte Konjunktion von Mars und Jupiter findet erst wieder im Juli 2029 statt.
Nacht für Nacht lässt sich gut beobachten, wie Jupiter näher an Mars heranrückt und dann an ihm vorbeizieht. Natürlich erscheint dies nur so, aus unserer Perspektive. Schauplatz des 'Treffens' ist übrigens das Sternbild Löwe (Leo). Die Leoniden kann man daher auch als Freuden-Feuerwerk für das seltene Ereignis interpretieren.
Ist das Treffen von Mars und Jupiter schon ein seltenes Ereignis, so wird dies noch getoppt vom Mond. Gleich zweimal in diesem Monat gesellt er sich (scheinbar) zu den beiden Planeten: Am 2. und am 30. November 2026.
Abendhimmel mit Saturn und Skorpion

Highlight am Abendhimmel Anfang November: Sternbild Skorpion (Scorpius). – Der Abendhimmel am 1. November 2026 um 20.00 Uhr, von Windhoek aus gesehen, mit Blick nach Westsüdwest. Grafik: Screenshot von interaktiver Sternenkarte auf TimeAndDate.com.
Der Abendhimmel ist weniger spektakulär. Als einziger Vertreter der mit bloßem Auge sichtbaren Planeten hält Saturn die Stellung. Er steht bei Sonnenuntergang schon hoch im Nordosten. Gegen 3.45 Uhr geht er unter. Am 20. November 2026 schaut der Mond bei ihm vorbei.
Ein Highlight des Abendhimmels ist das Sternbild Skorpion, allerdings nur Anfang November: Es geht von Tag zu Tag früher unter. Kopfüber, die Scheren nach unten, den gebogenen Schwanz in die Höh', steht er im Westsüdwesten. Der rötliche Stern an dem Punkt, von dem aus sich die Scheren abspreizen, heißt Antares.
'ED138': Neuer möglicher Zwergplanet jenseits Pluto
Nicht zu sehen, auch nicht mit einem Teleskop, ist eine Entdeckung, die Astronomen kürzlich gemeldet haben: Ein möglicher 'neuer' Zwergplanet. Wie die BBC berichtet, trägt er die provisorische Bezeichnung '2026 ED138'.
Er bewegt sich weit jenseits der Umlaufbahn von Neptun, dem sonnenfernsten Planeten. Derzeit ist ED138 etwa 46 Astronomische Einheiten (AE) von der Sonne entfernt. Der Abstand von Neptun zur Sonne beträgt im Schnitt 30,1 AE, der des Zwergplaneten Pluto 40 AE. Eine AE ist der durchschnittliche Abstand Erde - Sonne.
Astronomen schätzen laut BBC-Bericht aufgrund der ersten Daten, dass der Durchmesser von ED138 wohl 600 bis 1.500 Kilometer beträgt. Damit ist er deutlich kleiner als Pluto (2.376 km), der 2006 zum Zwergplaneten herabgestuft wurde. Zum Vergleich: Unser Mond misst 3.476 km im Durchmesser.
Entdeckt wurde ED138 vom Vera C. Rubin Observatory in Chile, das über die weltweit größte Digitalkamera verfügt. Man darf sich wohl auf weitere spannende Entdeckungen freuen. Denn das Observatorium hat gerade erst mit einer wegweisenden Durchmusterung des Himmels begonnen.
Sonne und Mond
Sonnenaufgang am 1. November 2026 ist gegen 6.06 Uhr, Sonnenuntergang gegen 19.03 Uhr (siehe TimeAndDate.com). Am 30. November 2026 geht die Sonne gegen 5.58 Uhr auf und gegen 19.22 Uhr unter. Die Tageslänge (Zeit mit Sonnenlicht) nimmt im Laufe des Monats um 27 Minuten zu – von 12 Stunden und 57 Minuten auf 13 Stunden und 24 Minuten.
Die Mondphasen im November 2026: letztes Viertel am 1. November, Neumond am 9., erstes Viertel am 17. und Vollmond am 24. November 2026. Am wenigsten Mondlicht, das bei der Beobachtung von Sternen und Planeten stören könnte, hat man daher in den Nächten in der ersten Hälfte des Monats November.
Viel Interessantes zum namibischen Sternenhimmel im November 2026 erfährt man auch in den Astro News von Lutz von Dewitz in der Nachrichtensparte der Website der Namibia Scientific Society.





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