Die Sonnenfinsternis am 12. August 2026 geht leider an Namibia vorbei. Sie ist praktisch nur von der nördlichen Erdhalbkugel aus zu sehen. Dennoch lässt sich am Sternenhimmel über Namibia auch im August wieder einiges Spannendes beobachten.
Die Hauptattraktionen bietet der morgendliche Nachthimmel. Wer sie erleben möchte, muss daher früh aufstehen. Eine partielle Mondfinsternis am 28. August 2026. Der Meteor-Schauer der Perseiden bis zum 24. August 2026. Und drei 'Treffen' des Mondes mit Planeten am 4., 8. und 30. August 2026.
Die Mondfinsternis ist zwar partiell, aber nicht zu übersehen. Denn der Kernschatten der Erde verdeckt den Mond beim Erreichen des Maximums zu 93 Prozent. Nur eine schmale Sichel bleibt im Halbschatten.
Hier der Ablauf der Mondfinsternis am 28. August 2026, von Namibia aus betrachtet (siehe auch interaktive Nachthimmel-Simulation auf TimeAndDate.com):
3.23 Uhr - Der Mond tritt in den Halbschatten der Erde.
4.33 Uhr - Die partielle Finsternis beginnt. Der Mond tritt in den Kernschatten der Erde und verdunkelt sich bzw. verfärbt sich rötlich.
6.12 Uhr - Das Maximum der Finsternis ist erreicht.
7.08 Uhr - Der Mond geht unter. Die weiteren Phasen, also Austritt des Mondes aus dem Kern- und dem Halbschatten, sind von Namibia aus nicht mehr sichtbar.

Die partielle Mondfinsternis am 28. August 2026, von Windhoek aus betrachtet, in einer anschaulichen Simulation. Die äußere Kreislinie markiert den Halbschatten, die innere Kreislinie den Kernschatten der Erde. Grafik: TimeAndDate.com
Sternschnuppen-Schauer der Perseiden
Bei den Perseiden handelt es sich um einen Meteor-Schauer, der jedes Jahr vom 17. Juli bis 24. August auftritt. Die Erde durchquert in der Zeit einen Gürtel im All, in dem sich Trümmer-Partikel des Kometen 109P/Swift-Tuttle befinden.
Den Höhepunkt seiner Aktivität erreicht der Sternschnuppen-Schauer der Perseiden in der Nacht vom 12. auf den 13. August. Bei günstigen Bedingungen kann man dann 60 bis 100 Meteore pro Stunde beobachten. Günstig ist, dass der Höhepunkt mit Neumond zusammenfällt, so dass das Mondlicht nicht stört.
Leider steht jedoch der Radiant der Perseiden, von der südlichen Erdhalbkugel aus betrachtet, sehr niedrig über dem Horizont. Der Radiant ist das Zentrum, aus dem die Sternschnuppen zu kommen scheinen. Er geht ab etwa 3.30 Uhr auf und bewegt sich bis Sonnenaufgang sehr langsam auf seinen höchsten Punkt zu.
Daher lassen sich die Meteore, also die Partikel, die in der Erdatmosphäre verglühen, am besten ab etwa 6.00 Uhr beobachten. Das lautlose Spektakel verblasst ab etwa 6.45 Uhr im Vorschein der aufgehenden Sonne. Man findet die Perseiden im Nordnordosten, unterhalb des Sternbildes Perseus.

Zentrum des Meteor-Schauers der Perseiden unter dem Sternbild Perseus zum Höhepunkt seiner Aktivität am 13. August: Der Morgenhimmel um 6.00 Uhr, von Windhoek aus gesehen, mit Blick nach Nord-Nord-Ost. Grafik: Screenshot von interaktiver Sternenkarte auf TimeAndDate.com
Merkur und Jupiter kaum zu sehen
Von den fünf Planeten, die man mit bloßem Auge beobachten kann, lassen sich nur drei blicken. Merkur und Jupiter gehen fast zeitgleich gegen 6.35 Uhr im Osten auf. Das sind nur 40 Minuten vor Sonnenaufgang (7.15 Uhr; Zeiten gelten für den 15. August 2026; siehe TimeAndDate.com).
Damit kann man auch das seltene Ereignis der Konjunktion von Merkur und Jupiter praktisch nicht beobachten. Konjunktion heißt, dass sich die beiden Planeten sehr nahekommen, allerdings nur scheinbar, nämlich von der Erde aus betrachtet. In der Realität umkreist Merkur die Sonne auf Bahn Eins, Jupiter auf Bahn Fünf.
Saturn, von der Sonne aus auf Umlaufbahn Sechs, geht gegen 22.15 Uhr auf und steht morgens entsprechend hoch im Westen. Mars auf Bahn Vier trödelt weit hinterher und erscheint erst ab etwa 4.10 Uhr am östlichen Horizont.
Die Venus auf Bahn Zwei hält als einziger Planet die Stellung am Abendhimmel. Sie geht als 'Abendstern' gegen 21.55 Uhr unter, kurz bevor Saturn im Osten aufgeht.
Die Reihenfolge der Planeten hält übrigens der Merksatz fest: "Mein Vater erklärt mir jeden Sonntag unsere Nachbar-Planeten." Merkur, Venus, Erde, Mars, Jupiter, Saturn, Uranus, Neptun. Pluto gilt seit 2006 als Klein-Planet und zählt nicht mehr dazu.
Mond trifft Saturn, Mars, Venus und nochmal Saturn
Gleich zweimal innerhalb von vier Wochen stehen Mond und Saturn in Konjunktion. Das erste 'Treffen' findet in der Nacht vom 3. auf den 4. August 2026 statt. Mondaufgang ist gegen 23.00 Uhr. Die zweite Begegnung ereignet sich in der Nacht vom 30. auf den 31. August 2026 und ist ab Mondaufgang gegen 21.00 Uhr sichtbar.
Die Konjunktion von Mond und Mars am 8. August lässt sich nur frühmorgens beobachten. 'Treffpunkt' ist zwischen den Sternbildern Stier (Taurus) und Zwillinge (Gemini).
Sein Rendezvous mit Venus am 16. August 2026 legt der Mond, ganz Romantiker, auf den Abend. Venus verschwindet gegen 21.40 Uhr hinter dem Horizont, der Mond folgt als Gentleman diskret 20 Minuten später. Der Skorpion, offenbar eifersüchtig, zwickt ihn am 20. August mit seinen Zangen.
Sonne und Mond
Sonnenaufgang am 1. August 2026 ist gegen 7.25 Uhr, Sonnenuntergang gegen 18.30 Uhr. Am 31. August 2026 geht die Sonne gegen 7.02 Uhr auf und gegen 18.41 Uhr unter. Die Tageslänge (Zeit mit Sonnenlicht) nimmt im Laufe des Monats um 19 Minuten zu – von 11 Stunden und 5 Minuten auf 11 Stunden und 39 Minuten (siehe Timeanddate.com).
Die Mondphasen im August 2026: letztes Viertel am 6. August, Neumond am 12. August, erstes Viertel am 20. August und Vollmond am 28. August 2026. Am wenigsten Mondlicht, das bei der Beobachtung von Sternen und Planeten stören könnte, hat man daher in den Nächten in den ersten zwei Dritteln des August.
Viel Interessantes zum namibischen Sternenhimmel im August 2026 erfährt man auch in den Astro News von Lutz von Dewitz in der Nachrichtensparte der Website der Namibia Scientific Society.





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