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Natur & Umwelt

Kampf gegen Wildtier-Kriminalität zeigt Erfolge

By Admin
Juni 12, 2026

Gute Nachricht für die Natur Namibias: Innerhalb der vergangenen fünf Jahre hat sich die Zahl registrierter Fälle von Wildtier-Kriminalität halbiert. Das geht aus dem 'Wildlife Protection and Law Enforcement'-Bericht der namibischen Regierung für 2025 hervor, den die Namibian Chamber of Environment (NCE) diese Woche verbreitet hat.

 

Genauer: Die Zahl sank von 468 Fällen im Jahr 2021 auf 231 im Jahr 2025. Das entspricht einem Rückgang um 51 Prozent. Die Zahl der Festnahmen von Verdächtigen halbierte sich im selben Zeitraum ebenfalls, von 887 auf 440.

 

Bei der Wilderei fiel der Rückgang sogar noch höher aus. Gegenüber dem bisherigen Höchststand von 268 registrierten Fällen im Jahr 2019 lag die Zahl im vergangenen Jahr bei 86. Das ist ein erfreuliches Minus von 70 Prozent.

 

Hinsichtlich der drei besonders betroffenen Tierarten Schuppentier, Nashorn und Elefant fiel die Zahl von 181 Fällen (2019) auf 59 (2025). Daraus ergeben sich beachtliche 67 Prozent Rückgang. Ein spezieller Blick auf die Nashorn-Wilderei: 70 registrierte Fälle im Jahr 2019, 41 Fälle im vergangenen Jahr.

 

Und noch eine weitere Zahl macht Mut, nämlich die der Festnahmen vor der geplanten Tat. Sprich: Erfolgreiche Zugriffe, die erfolgten, bevor die mutmaßlichen Wilderer das Nashorn erreichen konnten. Ihr Anteil an der Gesamtzahl der Festnahmen von Wilderern in den vergangenen sieben Jahren lag bei 45 Prozent.

 

Cover Wildlife Protection and Law Enforcement Report Namibia 2025 Quelle MEFT

Cover des Wildlife Protection and Law Enforcement Reports Namibia 2025.  Quelle: Ministerium für Umwelt, Forstwesen und Tourismus (MEFT)

 

Konzertierte Aktion gegen Wildtier-Kriminelle

Experten führen die Erfolge auf mehrere Faktoren zurück. Einer davon ist das Engagement von Einzelpersonen in den beteiligten Organisationen. Noch wichtiger jedoch dürfte die strukturelle Zusammenarbeit zwischen Institutionen sein.

 

Auf staatlicher Seite beteiligt sind nicht nur das Ministerium für Umwelt, Forstwesen und Tourismus (MEFT), die Polizei und die Armee. Auch die Steuerbehörde (NamRa) und die Anti-Korruptions-Kommission wirken mit. Hinzu kommen nationale und regionale Nichtregierungs-Organisationen, private Unternehmen und Spender.

 

Eine Schlüsselrolle im Kampf gegen die Wildtier-Kriminalität spielt das 'Blue Rhino Task Team' (siehe Broschüre von 2022). Es dient als nationale Anlaufstelle für die Zusammenarbeit der Strafverfolgungsbehörden sowie für die Verarbeitung und Verwaltung von Daten.

 

Ein weiterer Akteur ist das Environmental Crimes Court (ECC) in Otjiwarongo. Im August 2024 wurde es offiziell eingeweiht, seit Januar 2025 ist es voll funktionsfähig. Angesichts überlasteter Gerichte soll es auch mit seiner Spezialisierung die Strafverfolgung von Wildtier- und Umweltkriminalität beschleunigen.

 

Für das Knallenlassen von Sektkorken jedoch ist es noch zu früh. Experten verweisen darauf, dass nach wie vor zu viel Zeit zwischen Festnahme und Erhebung der Anklage vergeht. Dass zu viele Verdächtige viel zu lange in Untersuchungshaft verbringen. Dass der Rückstau an Verfahren noch immer eher zu- als abnimmt.

 

Sorge bereitet den Naturschützern Namibias auch eine Verlagerung der Kriminalität. Während einige Bereiche rückläufig sind, ist in anderen ein deutlicher Zuwachs zu verzeichnen: bei geschützten Pflanzen, Reptilien und sogar Insekten.

 

Nashorn-Wilderei in Namibia stark zurückgegangen Symbolfoto Spitzmaul-Nashorn bei Gemsbokvlakte im Etosha Nationalpark Foto Yathin S Krishnappa Wikipedia
Die Nashorn-Wilderei in Namibia ist stark zurückgegangen. Symbolbild: Spitzmaul-Nashorn bei Gemsbokvlakte im Etosha Nationalpark.  Foto: Yathin S Krishnappa, Wikipedia

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