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Wildlife Photographer Award: Namibia-Foto erneut Nr. 1

Geschrieben von Admin | 16.10.2026, 14:45:00

'The Aftermath' ('Die Nachwehen') heißt das Foto, das den italienischen Fotografen Federico Veronesi zum 'Wildlife Photographer 2026' gekrönt hat. Es zeigt eine Elefantenkuh im Huab Rivier (Trockenfluss) im Nordwesten Namibias, die ein totes Kalb trägt. Bereits 2025 war ein Motiv aus Namibia bestes Foto des Wettbewerbs.

 

Das Natural History Museum in London kürt jedes Jahr Mitte Oktober den 'Wildlife Photographer of the Year'. Laut Pressemitteilung gab es diesmal eine "Rekordzahl von 65.403 Einsendungen aus 121 Ländern und Gebieten".

Die Gewinner der 19 Kategorien "präsentieren eindrucksvolle Geschichten aus der Natur – und verdeutlichen die dringende Notwendigkeit, diese zu schützen". Die Fotografie 'The Aftermath', eingereicht in der Kategorie 'Verhalten der Säugetiere', erzählte demnach die eindrucksvollste Geschichte des Wettbewerbs.

 

Ist das Elefanten-Kalb tot? Ist KI im Spiel?

'The Aftermath' ('die Nachwehen'). Dieses Foto hat dem italienischen Fotografen Federico Veronesi den Hauptgewinn im 'Wildlife Photographer of the Year' 2026 gesichert. Die Elefanten-Kuh, aufgenommen im Huab Rivier (Trockenfluss) im Nordwesten Namibias, trägt ein totes Kalb.  Quelle: Natural History Museum, London.

 

Ein Bild sagt mehr als tausend Worte, heißt es. 'The Aftermath' von Veronesi belegt, dass dieser Spruch nur die halbe Wahrheit ist. Denn so vielsagend und bewegend der eingefangene Moment ist: Die Aufnahme schreit nach Kontext, nach Worten, die die Geschichte erzählen.

Selbst bei genauerem Blick könnte es sich nämlich auch um eine spielerische Szene handeln. Das Kalb klammert sich an den Rüssel seiner Mutter und lässt sich ein paar Schritte tragen. Erst der Text zum Bild klärt auf: Das Kalb ist tot.

"Wie hält dieses ausgewachsene Tier das tote Baby? Wo ist der Griff? KI", lautet ein Kommentar zum
Foto-Post auf der Facebook-Seite des Wettbewerbs 'Wildlife Photographer of the Year'. "Das Bein des Kalbes ist zwischen dem Stoßzahn und dem Rüssel der Mutter eingeklemmt", antwortet eine andere Userin. Sie meint wohl das rechte Vorderbein des Kalbes und den linken Stoßzahn der Kuh. Beides ist nicht sichtbar.

Ein Admin stellt klar: "Dies ist eine echte Fotografie. KI ist bei unserem Wettbewerb nicht zulässig. Jedes prämierte Bild wird von unabhängigen Bild-Analysten auf KI-Einsatz und digitale Manipulation hin überprüft. Dazu gehört auch die Untersuchung der RAW- bzw. Originaldateien.
"

 

Ist die Elefanten-Kuh die Mutter des toten Kalbs?

Veronesi hat seine Aufnahmen der Initiative 'Elephant Human Relations Aid' (EHRA) gezeigt, die in der Gegend tätig ist (siehe Bericht der BBC). Auf einem der Fotos ist zu sehen, auf welche Weise die Kuh das tote Kalb trägt. Christin Winter, Leiterin des Schutzprogramms bei EHRA, identifizierte die Elefantenkuh: Sie war nicht die Mutter des toten Kalbs.

Die Elefanten-Kuh sei 14 Jahre alt, so Winter, und habe vor zwei Jahren ihr eigenes Kalb verloren. Man habe sie bereits viermal dabei beobachtet, wie sie totgeborene Kälber anderer Elefantenkühe mit sich trug. Laut Winter ist es das erste Mal, dass ein solches Verhalten in dieser Region dokumentiert wurde.

Dass Veronesi zu diesen Aufnahmen kam, verdankt er seinem wachen Auge und seiner Neugier. Er war im Huab-Tal, um so genannte wüsten-angepasste Elefanten zu fotografieren. Im Sand fielen ihm ungewöhnliche Schleifspuren auf. Sie führten ihn zur Elefanten-Kuh mit dem toten Kalb.

Die Begegnung hat ihn tief berührt. Laut BBC-Bericht hofft er, dass sein Foto die Menschen dazu anregt, Tiere als Individuen mit eigenen Beziehungen, Erinnerungen und Emotionen wahrzunehmen. In einem Video-Clip zum Wettbewerb sagt er: "Es ist wie ein offenes Fenster in die Seele der Elefanten."

Die Ausstellung zum Wettbewerb wird heute im Natural History Museum eröffnet. Weitere preisgekrönte Fotos sind im
Bericht der BBC zu sehen.

Übrigens ist es das zweite Mal in Folge, dass ein Foto aus Namibia die Hauptauszeichnung des 'Wildlife Photographer of the Year' Awards erhält. 2025 gewann die Aufnahme einer Braunen Hyäne in Kolmanskuppe im Südwesten Namibias
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'Ghost Town Visitor' ('Geisterstadt-Besucher'), Hauptgewinner im 'Wildlife Photographer of the Year' Award 2025. Das Foto zeigt eine Braune Hyäne in der verlassenen Diamanten-Siedlung Kolmanskuppe im Südwesten Namibias. Die Aufnahme stammt vom südafrikanischen Fotograf Wim van den Heever.  Quelle: Natural History Museum, London.