Als sie im Februar ihren Posten antrat, lagen 376 offene Fälle auf ihrem Tisch. Bis Juni erhielt sie jedoch insgesamt nur 57 weitere Fälle. Diese erste Bilanz ihrer Arbeit zog die Leiterin der NamPol Tourism Protection Unit, Hauptkommissarin Christina van Dunem daFonsech-Shikongo.
Den Hauptgrund für den Erfolg sieht sie Medienberichten zufolge (siehe OneAfrica and Namibian) in ihrem praxis-orientierten Ansatz der Prävention. Und die beginnt am Internationalen Flughafen Hosea Kutako bei Windhoek, wo die meisten Touristen landen.
Ihre Unit spreche dort täglich direkt mit Touristen, sagt daFonsech-Shikongo: "Wir geben ihnen Verhaltensregeln und Tipps." Ziel ist, einem möglichen Betrug, Diebstahl oder Überfall vorzubeugen. "Wir stellen ihnen außerdem die Kontaktdaten aller 14 regionalen Polizeichefs und weitere relevante Informationen zur Verfügung."
Im Einsatz am Internationalen Flughafen Hosea Kutako bei Windhoek. Die Leiterin der NamPol Tourism Protection Unit, Hauptkommissarin Christina van Dunem daFonsech-Shikongo, gibt ankommenden Touristen Tipps, um Diebstählen vorzubeugen. Foto: Screenshot aus dem Bericht von One Africa
Ihre Zahlen rücken das Problem der Kriminalität gegen Touristen in Namibia zurecht. Im Schnitt landen auf dem Internationalen Flughafen bei Windhoek mehr als 1.000 Touristen am Tag. Von Februar bis Juni hat die Tourism Protection Unit 57 Fälle erhalten und bearbeitet. 36 davon sind abgeschlossen, mit Haftstrafen für die Täter.
Darüber hinaus, so DaFonsech-Shikongo, habe ihre Unit seit Februar mehr als 40 Gegenstände sichergestellt, die Urlaubern gestohlen worden waren. Genauer: 37 Handys, vier Laptops, ein iPad und eine Gucci-Handtasche im Wert über 30.000 N$.
Man habe alle sichergestellten Gegenstände den jeweiligen Eigentümern wieder zukommen lassen. Im Falle ausländischer Urlauber lief das der Hauptkommissarin zufolge über die Botschaft des jeweiligen Heimatlandes.
Auch in der Art der Fälle zeichnet sich ein erfreulicher Trend ab. Standen im Februar noch Raubüberfälle an der Spitze der gemeldeten Straftaten, sind es inzwischen Diebstähle aus Autos. Brennpunkte bilden Unterkünfte in Ortschaften, die keine hinreichenden Sicherheitsmaßnahmen wie Wachleute oder Videoüberwachung haben.
Für Urlauber, die noch daheim sind und ihre Namibia-Reise vorbereiten, hat die forsche Leiterin der Tourism Protection Unit ebenfalls ein paar Tipps parat. Vorsicht bei Tourguides, die selbst Reisen zusammenstellen und Vorauszahlungen verlangen. Und Hände weg von nicht registrierten Autovermietern.
Die Tourism Protection Unit gibt es schon seit Jahren. Die namibische Polizei NamPol hat sie jedoch im Februar aufgewertet und mit einem Führungsposten versehen. Besetzt wurde er mit DaFonsech-Shikongo, die bereits auf anderen Feldern der Kriminalitäts-Bekämpfung erfolgreich war (siehe Blogpost auf Gondwana-Collection.com).
Erfolgreiche erste Bilanz nach nur vier Monaten. Die Leiterin der NamPol Tourism Protection Unit, Hauptkommissarin Christina van Dunem daFonsech-Shikongo, im Interview über ihre Arbeit. Foto: Screenshot aus dem Bericht von One Africa