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Namibwüste am Sossusvlei verwandelt sich in Wasserwelt

Geschrieben von Admin | 07.04.2026 21:10:37

Namibia-Urlauber, die gestern das Sossusvlei besuchen wollten, mussten viel Geduld mitbringen. Das Tsauchab-Rivier (Trockenfluss) floss nach heftigen Regenfällen in seinem Auffanggebiet auf voller Breite. Die Flutwelle schaffte es sogar bis zur Offroad-Strecke ins Sossusvlei.

 

Schon die Anfahrt auf der Schotterstraße C19 zur Einfahrt in den Namib Naukluft Park bei Sesriem war eine Herausforderung. Der Tsondab bei Solitaire zwang stundenlang dazu, den 20 km langen Umweg über die Brücke bei Ababis zu fahren.

Fast alle weiteren Riviere auf der Strecke der C19 flossen ebenfalls. Manche konnte man erst sicher durchqueren, nachdem man vorsichtig durch die Fluten gewatet war und die Wassertiefe ausgelotet hatte. Aber selbst dann besteht das Risiko, dass der Wagen steckenbleibt und bei steigender Flut fortgespült wird.

Der Sesriem Canyon ließ sich gestern Morgen nur von oben besichtigen. Das Tsauchab-Rivier rauschte tosend durch die enge Schlucht. Und weckte die Hoffnung auf ein seltenes Naturschauspiel. Reicht die Wassermenge, verwandelt der Tsauchab die Lehmpfanne des Sossusvlei inmitten der höchsten Dünen der Welt in einen See.

Etwa 20 km stromabwärts waren die Fluten noch so stark, dass Autos das Rivier trotz betonierter Furt stundenlang nicht passieren konnten. Erst als der Pegel sank, ließ sich die Durchfahrt wagen.

Am Parkplatz für Stadtwagen etwa 5 km vor dem Sossusvlei war dann für viele Endstation. Das Wasser des Tsauchab hatte die Offroad-Strecke, die in seinem Bett verläuft, bereits geflutet.

Beim Versuch, dennoch weiterzufahren, blieben einige mit ihrem Allradwagen im nassen Sand und Schlamm stecken. Manche liefen zu Fuß und nutzten die Gelegenheit für ungewöhnliche Aufnahmen vom Wasser in der Wüste. Auch für Namibier ein 'Once in a lifetime'-Erlebnis.

 


Extra Abenteuer auf dem Weg zum Sossusvlei beim Durchqueren des Tsauchab Riviers (Trockenfluss).  Foto: Screenshot von einem Facebook Reel von Gondwana Collection Namibia

 

Zulauf in einigen Stauseen in Namibia

Auch andere Gebiete im Süden Namibias und im Zentrum des Landes erhielten ergiebige Regenfälle. Meteorologen hatten angesichts eines breiten Regengürtels vor Sturzregen gewarnt. Mehrere Schotterstraßen waren aufgrund der Flutwellen kreuzender Riviere vorübergehend nicht passierbar.

Farmer freuen sich über den heftigen Regen, auch wenn ihnen sanfter Landregen generell lieber ist. Er lässt das Gras noch kräftig wachsen, bevor es im Mai kühler wird und im Juni der Winter beginnt.

Stadtbewohner dagegen sind erleichtert, dass es Ende März und Anfang April heftigen Sturzregen gegeben hat. Denn nur er sorgt für Zufluss in den Stauseen, die die Trinkwasserversorgung sicherstellen.

Nach neuestem Stand haben allerdings über Ostern fast nur die Stauseen im Süden des Landes Zulauf erhalten. Laut Wasserversorger NamWater (siehe heutiger Bericht des Economist) ist der Hardap Damm bei Mariental nun zu fast 60 Prozent gefüllt.

Der Naute Damm südlich von Keetmanshoop meldet einen Füllstand von 95,5 Prozent. Der Neckartal Damm westlich von Keetmanshoop, mit Abstand der größte Namibias, läuft bereits seit Tagen über (sieh
e Facebook Reel der Online-Zeitung Informanté).

 

Die Stauseen im Landeszentrum dagegen, die Windhoek mit Trinkwasser versorgen, melden nur geringen Zulauf. Von Bach und Swakoppoort Damm östlich und südlich von Okahandja sind zu knapp 70 und gut 80 Prozent gefüllt. Sie zehren noch von der außergewöhnlich guten Regenzeit vor einem Jahr.

Mehr Fotos und Videoclips zu Regen und Rivieren auf den Facebook-Seiten Reën in Namibia, Namibië Reën / Weer und Gondwana Collection Namibia.