Für Fans des namibischen Sternenhimmels lohnt es sich im Mai, früh aufzustehen. Der Morgenhimmel bietet einen Sternschnuppen-Schauer und zwei Planeten. Abends kann man zwei Planeten sehen. Außerdem gibt es im Mai einen seltenen, aber im Grunde völlig nichtssagenden 'Blue Moon'.
Bei dem Sternschnuppen-Schauer handelt es sich um die 'Eta-Aquariiden' (siehe Artikel auf Wikipedia). Ihr Zentrum befindet sich nahe dem Stern Eta Aquariid im Sternbild Wassermann (Aquarius).
Vom 19. April bis zum 28. Mai passiert die Erde den Gürtel kleiner Trümmerteile, die der Komet Halley hinterlassen hat. Beim Sturz durch die Erdatmosphäre verglühen die kleinen Trümmer, auch Meteore genannt.
Am aktivsten sind die Eta-Aquariiden in der Nacht vom 5. auf den 6. Juni. Im Schnitt kann man 50 Sternschnuppen pro Stunde beobachten (siehe Portal TimeAndDate.com).
Zentrum der Eta-Aquariiden-Sternschnuppen hoch über dem Saturn: Der Morgenhimmel am 6. Mai 2026 um 5.30 Uhr, von Windhoek aus gesehen, mit Blick nach Ost-Nord-Ost. Grafik: Screenshot von interaktiver Sternenkarte auf TimeAndDate.com
Das Zentrum des Meteor-Schauers geht gegen 2.30 Uhr auf und steht frühmorgens hoch im Ostnordosten. Zur Orientierung mag der Planet Saturn dienen, der gegen kurz nach 4.00 Uhr aufgeht. Er befindet sich daher sehr viel tiefer im Osten, ist aber sehr auffällig (siehe Grafik).
Im Oktober durchquert die Erde den Trümmer-Gürtel von Halley nochmals. Da dann das Sternbild Orion im Hintergrund steht, heißt der Meteor-Schauer Orioniden.
Von den fünf Planeten, die sich mit bloßem Auge beobachten lassen, stehen zwei am Morgenhimmel. Saturn geht gegen 4.05 auf und Mars lässt sich ab etwa 5.15 Uhr am östlichen Horizont blicken (die Zeiten beziehen sich auf den 15. Mai; siehe TimeAndDate.com).
Am Abendhimmel kann man zwei weitere Planeten entdecken. Venus geht gegen 20.15 unter, Jupiter folgt ihr gegen 22.10. Merkur ist im Mai nicht sichtbar. Er steht von der Erde aus gesehen hinter der Sonne und geht daher praktisch zeitgleich mit ihr auf und unter.
Die Planeten Venus und Jupiter sowie die Sternbilder Zwillinge (Gemini) und Orion: Der Abendhimmel am 15. Mai 2026 um 19.30 Uhr, von Windhoek aus gesehen, mit Blick nach West-Nord-West. Grafik: Screenshot von interaktiver Sternenkarte auf TimeAndDate.com
Im Mai erleben wir zwei Vollmonde: am 1. und 31. Mai. Menschen, die dem eine besondere Bedeutung zumessen, nennen den zweiten Vollmond innerhalb eines Monats 'Blue Moon' (siehe TimeAndDate.com).
Zwar kommt das nicht so häufig vor. Den letzten 'Blue Moon' gab es am 30. August 2023, der nächste folgt erst am 31. Dezember 2028.
Aber letztlich sind die zeitlichen Intervalle der Monate willkürlich vom Menschen bestimmt. Wie oft der Mond innerhalb eines dieser Intervalle beim Drehen seiner Bahn die Vollmond-Position erreicht, interessiert Astronomen herzlich wenig.
Interessanter dürfte sein, dass der Vollmond am 31. Mai der kleinste des Jahres ist. Der Mond erreicht auf seiner ellipsenförmigen Umlaufbahn am 1. Juni nämlich den Punkt seiner weitesten Entfernung von der Erde (fast 406.000 km). Steht er der Erde am nächsten (rund 360.000 km), wirkt er 14 Prozent größer und 30 Prozent heller.
Sonnenaufgang am 1. Mai ist gegen 7.10 Uhr, Sonnenuntergang gegen 18.25 Uhr. Am 31. Mai geht die Sonne gegen 7.23 Uhr auf und gegen 18.14 Uhr unter. Die Tageslänge (Zeit mit Sonnenlicht) nimmt im Laufe des Monats um 24 Minuten ab – von 11 Stunden 15 Minuten auf 10 Stunden 51 Minuten (siehe TimeAndDate.com).
Die Mondphasen im Mai: Vollmond am 1. Mai 2026, letztes Viertel am 9. Mai, Neumond am 16. Mai, erstes Viertel am 23. Mai, zweiter Vollmond am 31. Mai 2026. Am wenigsten Mondlicht, das bei der Beobachtung von Sternen und Planeten stören könnte, hat man daher in den Nächten Mitte Mai.
Viel Interessantes zum namibischen Sternenhimmel im Mai 2026 erfährt man auch in den Astro News von Lutz von Dewitz in der Nachrichten-Rubrik der Website der Namibia Scientific Society.