Das Highlight am Sternenhimmel im April bildet wohl der Sternschnuppen-Schauer der Lyriden. Aber auch das Treffen von Mond und drei Planeten Mitte April belohnt Frühaufsteher. Während zwei Kometen den verlängerten Sundowner krönen.
Die Lyriden kann man von Mitte bis Ende April beobachten. Ihr Radiant (Zentrum) geht kurz nach Mitternacht auf und steht morgens hoch im Norden. Es liegt nahe dem Sternbild Leier (Lyra) – daher der Name. Den Höhepunkt seiner Aktivität erreicht der Meteor-Schauer am 22. und 23. April mit bis zu 18 Sternschnuppen pro Stunde (siehe TimeAndDate.com).
Historischen chinesischen Texten zufolge wurden die Lyriden bereits vor über 2.500 Jahren beobachtet. Die Sternschnuppen (Meteore) sind kleine Trümmer des Kometen Thatcher, die in der Erdatmosphäre verglühen.
Die Erde bewegt sich stets im April durch diesen Trümmergürtel. Und Thatcher schaut bei seiner Umrundung der Sonne etwa alle 415 Jahre vorbei – das nächste Mal im Jahr 2276. Am besten gleich im Terminkalender notieren ;))
Der Radiant der Lyriden, also der Bereich, aus der die Sternschnuppen kommen, liegt nahe dem Sternbild Leier (Lyra). Mit seinem hellen Stern Vega ist es leicht zu finden. Hier eine Darstellung des Sternenhimmels über Windhoek, am 23. April 2026 um 5.30 Uhr, mit Blick nach Norden. Grafik: Screenshot von TimeAndDate.com
Am 16. April liefert der Sternenhimmel noch einen weiteren Grund, früh aufzustehen. Gegen 6.10 Uhr 'treffen' sich Merkur, Mars und Saturn mit dem Mond (siehe TimeAndDate.com). Weil der Erdtrabant, einen Tag vor Neumond, nur aus einer hauchdünnen Sichel besteht, überstrahlt er die fernen Planeten nicht.
Man sieht die vier Himmelskörper tief im Osten am Horizont. Allerdings nur, wenn man freien Blick hat und keine Berge die Himmelsgegend des 'Treffens' verdecken. Leider ist die Sonne nicht fern. Gegen 6.20 Uhr beginnt die Dämmerung, so dass Mondsichel und Planeten rasch im zunehmenden Licht verschwinden.
Scheinbares Treffen von vier Himmelskörpern: Merkur, Mars, Saturn und Mond. Darstellung des Sternenhimmels über Windhoek, am 16. April 2026 um 6.10 Uhr, mit Blick nach Osten. Grafik: Screenshot von TimeAndDate.com
Wer jeden Morgen zur selben Zeit schaut und sich die Position der Planeten merkt, erkennt, dass sie sich bewegen. Merkur steht mit jedem Tag etwas tiefer. Saturn ist dagegen ist erst ab Mitte des Monats zu sehen und steigt von Tag zu Tag ein wenig.
Die restlichen beiden Planeten, die man mit bloßem Auge sehen kann, treiben sich am Abendhimmel herum. Venus steht, von der Erde aus gesehen, nah an der Sonne und geht kurz nach ihr im Westen unter. Jupiter befindet sich nach Sonnenuntergang hoch im Nordwesten, im Sternbild Zwillinge, und verabschiedet sich gegen Mitternacht.
Die Hauptattraktion zum Ausklang des Sundowners dürften zwei Kometen sein. Man sollte sie gut sehen können, sobald der Nachschein der Sonne verblasst. C/2026 A1 (MAPS), erst im Januar 2026 entdeckt, steht tief im Westen, westlich vom Sternbild Stier. C/2024 E1 (Wierzchos) findet man zwischen den Sternbildern Stier und Orion.
Die Kometen C/2026 A1 (MAPS) und C/2024 E1 (Wierzchos) nahe den markanten Sternbildern Stier (Taurus) und Orion. Darstellung des Sternenhimmels über Windhoek, am 15. April 2026 um 20.00 Uhr, mit Blick nach Westnordwest. Grafik: Screenshot von TimeAndDate.com
Sonnenaufgang am 1. April ist gegen 6.59 Uhr, Sonnenuntergang gegen 18.51 Uhr. Am 30. April geht die Sonne gegen 7.10 Uhr auf und gegen 18.27 Uhr unter. Die Tageslänge (Zeit mit Sonnenlicht) nimmt im Laufe des Monats um 35 Minuten ab – von 11 Stunden und 52 Minuten auf 11 Stunden und 17 Minuten (siehe Timeanddate.com).
Die Mondphasen im April 2026: Vollmond am 2. April, letztes Viertel am 10. April, Neumond am 17. April, erstes Viertel am 24. April. Das Mondlicht stört daher bei der Beobachtung von Sternen und Planeten Mitte April am wenigsten.
Viel Interessantes zum namibischen Sternenhimmel im April erfährt man auch in den Astro News von Lutz von Dewitz im der Nachrichtensparte der Website der Namibia Scientific Society.