Die Zeit der Sternschnuppen ist erst einmal vorbei. Dennoch hat der Juni ein paar nette astronomische Ereignisse zu bieten: Ein 'göttliches Rendezvous' und eine 'flüchtige Begegnung' unseres Mondes mit einem Planeten. Außerdem genießen Sternenfreunde in Namibia die längste Nacht des Jahres.
Nach dem (fast garantiert) farbenprächtigen Sonnenuntergang ab 18.15 Uhr kann man über dem Horizont Richtung Westnordwest drei Planeten entdecken. Der 'Götterbote' Merkur, innerster Planet unseres Sonnensystems, steht im Sternbild Zwillinge (Gemini). Er geht gut eine Stunde nach der Sonne gegen 19.30 Uhr unter.
Venus befindet sich etwas höher am Himmel oberhalb der Zwillinge. Sie versinkt gegen 20.40 Uhr am Horizont, Jupiter nochmals eine halbe Stunde später gegen 21.15 Uhr (alle Zeiten beziehen sich auf den 15. Juni 2026; siehe TimeAndDate.com).
Das erwähnte 'göttliche Rendezvous' findet am 9. Juni 2026 statt: Jupiter und Venus kommen sich sehr nahe. Venus scheint allerdings wenig beeindruckt. Sie zieht danach Tag für Tag weiter in Richtung Sternbild Löwe.
Währenddessen wandert Merkur durch das Sternbild Zwillinge und nähert sich Jupiter Ende Juni als wolle er ihn trösten. Natürlich spielen sich diese Ereignisse nur aus unserer Perspektive ab. Die drei Planeten ziehen weit voneinander entfernt ihre Bahn.
Göttliches Rendezvous: Jupiter (links) und Venus über dem Sternbild Zwillinge (Gemini), während Merkur (von unten) zuschaut. Die Zwillings-Sterne Pollux (nahe Venus) und Castor (darunter) strahlen derweil mit Sirius im Großen Hund (Canus Major) und Prokyon im Kleinen Hund (Canus Minor) um die Wette... Der Abendhimmel am 9. Juni 2026 um 19.00 Uhr, von Windhoek aus gesehen, mit Blick nach West-Nordwest. Grafik: Screenshot von interaktiver Sternenkarte auf TimeAndDate.com
Am Morgenhimmel kommt es ebenfalls zu einer scheinbaren Begegnung, und zwar in derselben Nacht. Am frühen Morgen des 10. Juni 2026 'treffen' sich Mond und Saturn. Mit etwas Geduld kann man sogar sehen, wie sich der Mond ganz langsam bewegt, auf seiner Bahn vorbei am Ringplaneten.
Neben Saturn ist Mars am Morgenhimmel zu sehen, allerdings nur kurz. Während Saturn bereits gegen 3.00 Uhr aufgeht, lässt sich Mars erst ab kurz nach 5.00 Uhr im Osten blicken. Beide verblassen ab etwa 7.00 Uhr im Licht der aufgehenden Sonne.
'Flüchtige Begegnung' von Mond und Saturn. Der Komet 2P/Encke lässt sich sehr gut beobachten, allerdings nur mit dem Teleskop. Der Morgenhimmel am 10. Juni 2026 um 6.00 Uhr, von Windhoek aus gesehen, mit Blick nach Nordost. Grafik: Screenshot von interaktiver Sternenkarte auf TimeAndDate.com
Sonnenaufgang am 1. Juni 2026 ist gegen 7.24 Uhr, Sonnenuntergang gegen 18.14 Uhr. Am 30. Juni 2026 geht die Sonne gegen 7.32 Uhr auf und gegen 18.18 Uhr unter.
Die Tageslänge (Zeit mit Sonnenlicht) nimmt bis 21. Juni um 5 Minuten ab – auf 10 Stunden und 45 Minuten (siehe Timeanddate.com). Bis zum 30. Juni nimmt die Tageslänger wieder um 1 Minute zu und beträgt 10 Stunden 46 Minuten.
Der 21. Juni ist auf der südlichen Erdhalbkugel der kürzeste Tag des Jahres. Zugleich herrscht dann mit 13 Stunden und 15 Minuten die längste Nacht des Jahres.
Die Sonne erreicht ihren nördlichsten Punkt: Am Wendekreis des Krebses auf der nördlichen Erdhalbkugel steht sie mittags im Zenit. Man spricht dort auch von der Sommersonnenwende und dem Sommeranfang.
Während es für die südliche Hemisphäre die Wintersonnenwende und der Winterbeginn ist. Ab dem 21. Juni wandert dieser mittägliche Zenitpunkt wieder Tag für Tag ein Stück weiter zurück nach Süden. Bis zum 21. Dezember, wenn er den Wendekreis des Steinbocks auf der südlichen Erdhalbkugel erreicht.
Letztes Viertel am 8. Juni, Neumond am 15. Juni, erstes Viertel am 21. Juni und Vollmond am 30. Juni 2026. Am wenigsten Mondlicht, das bei der Beobachtung von Sternen und Planeten stören könnte, hat man daher in den Nächten Mitte Juni.
Viel Interessantes zum namibischen Sternenhimmel im Juni erfährt man auch in den Astro News von Lutz von Dewitz in der Nachrichtensparte auf der Website der Namibia Wissenschaftlichen Gesellschaft (NWG).