Urlauber aus Europa kommen auch oder sogar vor allem nach Namibia, um die Tierwelt zu erleben. Mit dem Besuch staatlicher und privater Parks tragen sie erheblich zu ihrem Schutz bei. Und doch reicht dies nicht aus. Vor allem die Bestände von Raubtieren muss man zu einem beachtlichen Teil als bedroht ansehen.
Das ging aus neuen Schätzungen der Raubtier-Populationen hervor. Sie wurden auf einem Treffen von Regierungsvertretern, Forschern, Landwirten, Jägern und Vertretern von Tourismusunternehmen Mitte August in Windhoek vorgestellt. Veranstalter waren die Large Carnivore Management Association of Namibia (LCMAN) und der World Wildlife Fund Namibia (WWF).
Der Cheetah Conservation Fund (CCF) nannte die Zahlen zu 11 der 34 auf dem Land lebenden Raubtierarten in Namibia besorgniserregend. Sechs Arten müsse man als bedroht einstufen, weitere fünf Arten als nahezu bedroht.
Kritisch sieht es demnach beim Afrikanischen Wildhund aus, der in Namibia als vom Aussterben bedroht gilt. Seinen Bestand schätzen Experten auf 130 bis 350 Tiere in etwa 35 Rudeln. Die Gesamtpopulation an Geparden in Namibia beträgt derzeit wohl etwa 1.200 Individuen.
Die Experten waren sich weitgehend einig, dass Naturschutzgebiete allein Raubtiere, die keine Parkgrenzen kennen, nicht schützen können. Park-Ranger, Farmer, Lodge-Betreiber und vor Ort lebende Menschen müssen zusammenarbeiten. Wichtig sind auch die ständige Beobachtung nach vergleichbarer Methode und ein geregelter Datenaustausch.
Löwen am Wasserloch Okondeka im Etosha Nationalpark im Norden Namibias. Foto: Sven-Eric Stender