Lodges in weitab von Ortschaften gelegenen Gebieten Namibias sind bitter enttäuscht. Die namibische Kommunikations-Aufsichtsbehörde CRAN hat den Antrag von Starlink auf eine Betriebslizenz in Namibia abgelehnt.
Das Unternehmen von US-Milliardär Elon Musk bietet Internet via Satellit. Gerade für dünn besiedelte ländliche Gebiete Namibias wäre dies eine gute Option. Denn keine der staatlichen und privaten Telekommunikations-Firmen in Namibia haben vergleichbare Internet-Angebote.
Auf einer Pressekonferenz begründete CRAN (Communications Regulatory Authority of Namibia) ihre Entscheidung. Starlink habe drei der sechs Kriterien nicht erfüllt. Die in Namibia gegründete Tochter-Firma sei zu 100 Prozent in ausländischem Besitz.
Das Kommunikationsgesetz fordert einen namibischen Anteil von mindesten 51 Prozent. Zwar kann das Informationsministerium eine Ausnahmegenehmigung erteilen, hat dies jedoch in diesem Fall nicht getan.
Aufgrund der Eigentumsverhältnisse hat Namibia laut CRAN keinerlei Möglichkeit, eine effektive Aufsicht auszuüben. Zudem habe Starlink seine Dienste bereits ohne Lizenz angeboten und behördliche Vorladungen ignoriert. Innerhalb der kommenden 30 Tage kann Starlink einen neuen Antrag stellen.
WInnerhalb der Reisebranche Namibias haben sich vor allem Unterkünfte in abgelegenen Gebieten wie der Zambezi-Region oder am Sossusvlei enttäuscht geäußert. Sie klagen seit langem über schwache und teure Internet-Verbindungen.
Die beiden staatlichen Telekommunikations-Unternehmen MTC und Telecom Namibia, sowie die private Firma Paratus konzentrieren sich bislang auf Ortschaften. Das Legen von Leitungen oder Bauen von Sendetürmen ist gerade in einem so weitläufigen Land wie Namibia sehr teuer. MTC nutzt seine Türme vor allem für Mobiltelefon-Verkehr.
Lodges der Gondwana Collection investieren bereits seit Jahren in eine eigene Lösung. Sie nutzen das Angebot von Telecom Namibia in der jeweils nächstgelegenen Ortschaft. Von dort aus läuft die Datenverbindung über eigene Transmitter, die Gondwana gegen Miete auf vorhandenen Türmen installiert.
Allerdings ist die Bandbreite limitiert. Zudem verteilt Telecom die Kapazität auf mehrere Kunden. Sind dann viele Nutzer gleichzeitig auf einer Leitung aktiv, reduziert sich natürlich die Geschwindigkeit.
MTC kritisiert an dem Angebot des unerwünschten Konkurrenten Starlink, es sei für die Mehrheit der Namibier unerschwinglich. In der Tat richtet es sich in erster Linie an Unternehmen. Im Gespräch waren etwa 6.000 N$ für das Empfangsgerät (zurzeit gut 300 Euro; Betrag zum aktuellen Wechselkurs, 1 N$ = 1 ZAR).
Die monatliche Gebühr sollte 1.000 N$ (gut 50 Euro) betragen. Zur Einordnung das Paket von MTC: Zwar fünfmal so schnell beim Hochladen, aber deutlich langsamer beim Herunterladen, zum 20-fachen Preis.
Dürfen in Namibia nicht für Internet genutzt werden: Starlink-Satelliten, deren Bewegung hier durch eine 2 Sekunden lange Belichtung sichtbar wird. Foto (2020, Georgia): Jud McCranie Wikimedia