Namibia Focus

Namibias Wirtschaft auf den Punkt – November 2022

Geschrieben von Namibia Focus | Nov 30, 2022 3:00:55 PM

Der November war ein sehr heißer Monat mit wenig Niederschlag als Erleichterung, außer in den südlichen Landesteilen.

Die Lufthansa-Tochter Eurowings hat Flüge von Frankfurt über Windhoek in den Krüger-Nationalpark in Südafrika aufgenommen.

Namibia hat sich während des internationalen Klimagipfels (Conference of Parties 27 – COP 27) in Ägypten riesige Summen an Darlehen und Zuschüssen gesichert, um seine Industrie für grünen Wasserstoff zu entwickeln. Gleichzeitig startete Namibia eine neue Finanzierungsplattform und unterzeichnete ein neues Wirtschaftsabkommen mit der EU.

Da Namibia kurz nach den jüngsten Ankündigungen über wirtschaftlich tragfähige Offshore-Funde in die Öl- und Gasindustrie einsteigt, ist das Land diesen Monat offiziell Mitglied der African Petroleum Producers‘ Association (APPO) geworden.

Die Regierung hat angekündigt, mittelfristig Mautgebühren auf mehreren Hauptverkehrsstraßen des Landes einführen zu wollen.

Die Afrikanische Entwicklungsbank (AfDB) hat Namibia unter die zehn am stärksten industrialisierten afrikanischen Länder eingestuft.

Die Bank of Namibia hat im November einen Cybersicherheitsrat der Finanzindustrie gegen Cyberkriminalität und Geldwäsche eingerichtet.

Die Bank of Namibia hat ihren Leitzins am 30. November um 50 Basispunkte auf 6.75 Prozent erhöht. Die Ankündigung erfolgte aufgrund des Beginns der Ferienzeit zwei Wochen früher als üblich.

Namibias Inflationsrate blieb laut der Namibia Statistics Agency Ende Oktober bei 7,1 Prozent, genauso wie im September.

Der Finanzsektor richtet einen Rat für Cybersicherheit ein

Namibias Zentralbank hat einen Cyber-Sicherheitsrat für den Finanzsektor des Landes ins Leben gerufen. Der Rat wird taktische Strategien zur Bekämpfung von Cyberbetrug in der Finanzbranche entwickeln. Die stellvertretende Gouverneurin der Zentralbank, Leonie Dunn, sagte, die Bildung des Rates sei notwendig geworden, da das Risiko von Informationslecks, Sicherheitsverletzungen, Hacks und anderen Bedrohungen der Cybersicherheit aufgrund von mehr Internetverbindungen zugenommen habe. Obwohl es sich um eine sektorbezogene Intervention handelt, wird sie auch Entwicklungen auf nationaler Ebene umfassen, die auf den Aufbau von Resilienz und Fähigkeiten in der Cybersicherheit ausgerichtet sind.

Die Regierung entwirft derzeit im Auftrag des Ministeriums für Informations- und Kommunikationstechnologie einen nationalen Reaktionsplan für Cybersicherheit. Darüber hinaus sind ein Gesetzentwurf zur Bekämpfung der Cyberkriminalität und der Entwurf des Datenschutzgesetzes in Vorbereitung. Sobald der gesetzliche Rahmen fertiggestellt ist, werden die sektorbasierten Interventionen des Finanzsektors an die nationalen angepasst.

Namibia unter den Top 10 der afrikanischen Industrienationen

Die Afrikanische Entwicklungsbank (AfDB) hat ihren neuesten Index zum industriellen Fortschritt von 52 afrikanischen Staaten veröffentlicht, und Namibia gehört zu den Top Ten. Allerdings fiel das Land um zwei Plätze zurück, nachdem es ab 2010 zehn Jahre lang auf Rang acht gelegen hatte.

Im Jahr 2010 lag Namibias Wert für die industrielle Entwicklung bei 0,6106 und fiel im Jahr 2021 auf 0,6014. Die Rangliste basiert auf dem Afrika Industrialisierungs-Index, der den Fortschritt anhand von 19 Schlüsselindikatoren bewertet, die die Produktionsleistung, das Geschäftsumfeld, das Kapital, die Arbeit und die Infrastruktur umfassen, und makroökonomische Stabilität. Darüber hinaus wird die Industrialisierung anhand von drei Kriterien bewertet: Leistung sowie direkte und indirekte Determinanten. Zu den direkten Determinanten gehören Kapital und Arbeit und wie diese eingesetzt werden, um die industrielle Entwicklung voranzutreiben. Die indirekten Determinanten sind unter anderem günstige Umweltbedingungen wie makroökonomische Stabilität, solide Institutionen und Infrastruktur.

Namibia veröffentlicht Strategie für den kontinentalen Handel

Das Ministerium für Industrialisierung und Handel (MIT) hat die Umsetzungsstrategie und den Aktionsplan für Namibias nationale Afrikanische Kontinentale Freihandelszone (AfCFTA) für 2022 bis 2027 auf den Weg gebracht. Die Strategie ist achtzig Seiten lang und ein umfassendes Dokument mit aktuellen Fakten und Statistiken darüber Namibias Wirtschaft und Handel, seine Herausforderungen und wie man sie bewältigt, um in ganz Afrika Handel zu treiben. Lokale und internationale Investoren finden in der Strategie interessante Informationen.

Das Dokument dient bis 2027 sowohl der Regierung als auch der Privatwirtschaft als Leitlinie. Es berücksichtigt auch kleine Unternehmen (KMU), insbesondere solche, die von Frauen und jungen Namibiern geführt werden, um sie auf en Exporthandel unter dem Dach des AfCFTA vorzubereiten.

Namibia hat das AfCFTA-Abkommen am 02.07.2018 unterzeichnet und die Ratifizierungsurkunden am 01.02.2019 hinterlegt. Der Handel unter der AfCFTA startete im Januar 2021.

Mehr als 50 % der Haushalte in städtischen Gebieten

In Namibia leben inzwischen mehr Menschen in Städten als auf dem Land. Laut der letzten von der Namibia Statistics Agency (NSA) im November veröffentlichten Volkszählungskartierung befanden sich 52,5 Prozent oder 529.734 Wohnstrukturen in städtischen Gebieten, während 435.474 in ländlichen Gebieten kartiert wurden.

Insgesamt wurden 507.249 Haushalte in Namibia kartiert. „Die meisten Haushalte befanden sich in städtischen Gebieten (52,5%), während ländliche Gebiete 47,5 % verzeichneten“, heißt es in dem Bericht.

Etwa 42,6 Prozent der Haushalte im ganzen Land haben keine Toilettenanlagen und nutzen den Busch, Flussbetten und Felder, und dies ist in ländlichen Gebieten (64,6%) im Vergleich zu städtischen Gebieten (22,6%) üblich“, so der Bericht.

Khomas in Zentralnamibia ist mit 90.834 Haushalten die bevölkerungsreichste Region, gefolgt von 55.438 Haushalten in der Region Omusati im zentralen Norden. Kavango West (3,1%) und Kunene (3,2%) haben die geringste Zahl Haushalte.

Eintritt für den Besuch der Düne 7 bei Walvis Bay

Einheimische und ausländische Touristen, die die berühmte Düne 7 an der Küste bei Walvis Bay besteigen wollen, müssen ab dem 1. Dezember 2022 dafür bezahlen. Das teilte das Ministerium für Umwelt und Tourismus mit. Namibier unter 16 Jahren haben freien Eintritt, und regionale Besucher aus SADC-Ländern zwischen 8 und 16 Jahren müssen 50 N$ bezahlen. Internationale Besucher derselben Alterskategorie zahlen 100 N$.

Für das Erklimmen der berühmten Düne 7 bei Walvis Bay wird Eintritt erhoben. Foto: Travel News Namibia

 

Für namibische Erwachsene werden 50 N$, für SADC-Erwachsene 100 N$ und für ausländische Besucher 150 N$ berechnet.

Das Umwelt- und Tourismusministerium gab bekannt, dass die Verwaltung dieses Erholungsgebiets schwierig sei, da Vandalismus und Müll die Hauptprobleme seien.

Der Pressesprecher des Ministeriums, Romeo Muyunda, sagte, die Waschanlagen und andere Infrastruktur im Erholungsgebiet seien so stark zerstört worden, dass sie nicht mehr funktionierten und für das Ministerium in Bezug auf Reparaturen kostspielig wurden.

Mit Eurowings über Windhoek zum Krüger-Nationalpark fliegen

Die Eurowings-Tochter der deutschen Lufthansa-Gruppe hat drei Flüge pro Woche von Frankfurt über Windhoek nach Mbombela in der Nähe des Krüger-Nationalparks in Südafrika aufgenommen. Von Mbombela aus ist es nur eine 50-minütige Fahrt zum Numbi-Tor der Krüger-Parks.

Die Flüge starten jeden Dienstag-, Donnerstag- und Samstagabend in Frankfurt mit einem kurzen Zwischenstop in Windhoek und landen am folgenden Nachmittag in Mbombela KNP. Die Rückflüge von Mbombela KNP starten jeden Mittwoch-, Freitag- und Sonntagnachmittag mit einem kurzen Zwischenstop in Windhoek und landen am nächsten Morgen in Frankfurt.

Eine Maschine von Eurowings Discover auf dem Hosea Kutako internationalen Flughafen. Foto: New Era

 

Autorin dieses Beitrags ist Brigitte Weidlich.
Sie war nach ihrem Musik- und Germanistikstudium fast 20 Jahre lang als Berufsmusikerin tätig. Nebenbei machte sie Sendungen für das deutschsprachige Radio der Namibian Broadcasting Corporation (NBC). Inzwischen arbeitet Brigitte vollberuflich als freischaffende Journalistin im Print- und Rundfunksektor. Seit 2014 berichtet sie auch für Gondwana Collection. Für Fragen oder Anregungen ist sie zu erreichen unter info@namibiafocus.com.